expr:content='data:blog.isMobile ? "width=device-width,initial-scale=1.0,minimum-scale=1.0,maximum-scale=1.0" : "width=1100"' name='viewport'/> pleasures of life: Bücherregal
Posts mit dem Label Bücherregal werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Bücherregal werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

3. März 2016

Anna und der Schwalbenmann - Gavriel Savit

 
Foto: Verlag


 Anna und der Schwalbenmann kommt mit einem ansprechenden Cover daher, das viele Bücherliebhaber anziehen wird. Diese sollten jedoch tunlichst die Finger davon lassen!
An und für sich ist die Geschichte schnell erzählt:

Anna lebt mit ihrem Vater im Kraukau der 40er Jahre des vergangenen
Jahrhunderts. Der Krieg wird immer bedrohlicher und nimmt Annas
Schicksal in die Hände, als er auch ihren Vater, einen anerkannten
Professoren verschlingt. Anna bleibt alleine zurück und sehnt sich nicht
nur nach ihrem Vater sondern auch nach ihrer gemeinsamen Wohnung,
aus der sie nun für immer ausgesperrt bleibt. Niemand möchte das
jüdische Kind aufnehmen, bis ein großer hagerer Mann auftaucht und
sie, auf seine Reise quer durch Polen, mit sich nimmt.
Die beiden wandern
unentwegt um von den Deutschen und Russischen Soldaten unentdeckt zu
bleiben. Dieses Versteckspiel wird bis zum Ende des Buchs auf seinen
Höhepunkt getrieben.

So weit die vielversprechende Story. In der Umsetzung hapert es jedoch ein wenig  ... gewaltig.
Schon im Inhaltsverzeichnis, bzw. in der sprachlichen Ausgestaltung der Kapitelüberschriften ist der erste Fauxpas zu verzeichen. Kapitel 2: Folge dem Führer - meint: dem Schwalbenmann, einem  Wissenschaftler, der mindestens zwei Juden das Leben retten möchte. Niemand, aber auch wirklich niemand denkt bei der Betitelung Führer an einen vertrauenswürdigen Menschen, der Gutes tut. Nicht einmal in einer Reisegruppe auf dem Brocken. Das Wort Führer ist und bleibt (wahrscheinlich noch für viele Jahre) nunmal negativ konnotiert und hier völlig fehl am Platz. Gerade bei diesem sensiblen Thema muss man auf die Wortwahl achten wie kein Zweiter.
Dann geht es nun aber endlich los mit der Story ... für kanpp über 20 Seiten um dann wieder schlagartig abzuflauen. Etwa hundert Seiten lang wird, mit wenigen interessanten Unterbrechungen, nur gewandert. Von A nach B und zurück nach A über C. Langweilig! Absolut und ohne Beschönigungen: Langweilig!
Ja, es ist der Inhalt des Buchs, dass Anna und der Schwalbenmann eine quälend lange und von Schmerzen durchtriebene Wanderung auf sich nehmen, aber deshalb muss man dem Leser nicht die gleichen Schmerzen beim Lesen bereiten. Viele ungeduldige Leser werden an dieser Wanderung scheitern, die mit Durchhaltevermögen werden jedoch für ihre Geduld nicht unbedingt bezahlt.
Am Ende hagelt es Widersprüche und Ungereimtheiten, weniger für den investigativen Leser, der es nicht scheut Nachforschungen über den Buchdeckel hinweg anzustellen, doch für den gemeinen Leser, der der Lektüre an sich verschrieben ist.
Anna trifft auf ihrem Weg auf viele grausame Begebenheiten, denen ein Kind niemals ausgesetzt sein sollte. So führt sie ihr Weg vorbei an einem unverschlossenen Massengrab in dem abertausende Leichen unter freiem Himmel in einer überdimensionalen Grube entsorgt wurden. Auch treffen sie auf einen Krämer, der Anna für gewisse Gegenleistungen Nahrung anbietet und einem weiteren Mann, einen Apotheker, der sie dazu zwingt sich nackt vor ihm zu positionieren und ihm Freuden dadurch zu bereiten sich selbst anzufassen. Ziemlich harter Tobak für ein Jugendbuch, das Lesern vorgesetzt wird, die selbst gerade erst ihre Sexualität entdecken und darüber oft maßgeblich verwirrt sind.
Doch dann mittendrin die Wende, nach Leichenberg und Krämer die Zeilen:

Es ist nicht gut, zwischen so viel Tod zu leben. Doch jene Tage zu beschreiben - zu jener Zeit an jenem Ort -, ohne das Grauen zu verstehen, wäre, als würde man versuchen, die Zwischenräume zwischen den Fingern zu zeichnen, ohne zu verstehen, was die Finger sind. Dennoch will ich dem Leser die Details ersparen, was Reb Hirschl widerfahren ist.

 Hiermit gehen ich völlg konform, den Lesern muss man nicht auch noch in diesem Jugendbuch die Gräultaten des Krieges bis ins kleinste Detail unter die Nase reiben. Ist das Buch doch auch sonst wenig detailfreudig, was den Krieg angeht. Doch dann, nur 40 Seiten später eine über 3 Seiten lange Beschreibung der Perversitäten des Apothekers. Ist der Mord an einem Mann für einen Jugendlichen tatsächlich weniger zu verkraften als eine Veregwaltigung der gleichaltrigen Protagonisten? Ich bezweifle es.
Tja und zum krönenden Schluss dann noch der Schwalbenmann, der voller Rätsel steckt, die nie gelöst werden.
Offene Enden sind gut und schön, aber bitte im Maße der Interpretationsmöglichkeiten der Leserschaft. Ohne viel Vorwissen kann kein Jugendlicher herausfiltern wer der Schwalbenmann ist. Welcher Jugendliche von 14 Jahren hat heute ein so umfangreiches Wissen über den zweiten Weltkrieg, als dass er wüsste, dass nahezu die ganze Welt scharf auf Atomphysiker war, um die Vormachtsstellung, durch das Wissen um den Bau einer Atombombe, einzunehmen.
Einzig durch das Medikament Kaliumiodid und ein Gespräch des Schwalbenmanns in dem Wörter, wie spaltbares Material, thermonukleare Temperaturen und extremer Druck fallen, kann man die Biographie des dürren Mannes erahnen. Ich mag mich täuschen, aber Atomphysik hatte ich erst in der 10. Klasse, mit 16/ 17 Jahren.
Das Buch hätte so schön sein können, mit all seinen treffenden Vergleichen und tollen Ideen, dahingehend, wie man einem kleinen Mädchen den Krieg erklärt. Doch scheint es, dass Gavriel Savit wenig Kontakt zu seinem Adressatenkreis hat. Ein Erwachsender versucht hier kein Buch für einen Jugendlichen zu schreiben und sich seiner Gedankenwelt anzupassen. Es scheint als wolle er den Stoff auf einfachster Ebene halten und die eigenen Gedanken in die kindliche Figur Annas zu pressen, die dadurch von Anfang an unnatürlich erwachsen scheint.
Ein Rückblick aufs eigene Leben und den Krieg aus Sicht Annas nach sagen wir 50 Jahren hätte als Rahmen für die Erzählung all diese Fehler und verschobenen Gedankenwelten erklärt. So ist und bleibt es ein Roman, der sich irgendwo zwischen Jugendbuch und Belletristik für Erwachsene ansiedelt und weder dem einen noch dem anderen gerecht wird.



27. Oktober 2015

Die Silber Trilogie - Kerstin Gier

http://www.silber-trilogie.de/silbertrilogie/start
Es fing alles ganz harmlos an, weitete sich dann in eine ernsthafte Abhängigkeit aus und schlug plötzlich in ernüchternde Erkenntnis um. So in etwa war mein Weg mit der Silber Trilogie.
Nachdem ich Ein Mann namens Ove zu Ende gehört hatte, suchte ich nach einem neuen Hörbuch, das meine Bastelnachmittage untermalen kann. So stieß ich bei Spotify auf die Silber Bücher von Kerstin Gier.
Da ich in unserer Buchhandlung oft nach Tipps im Jugendbuchbereich gefragt werde und meist in leichte Panik verfalle, habe ich mehr vorgenommen mehr Jugendbücher zu lesen oder eben, wie in diesem Fall, zu hören.
Ich hörte ab und zu ein Kapitel aus dem ersten Buch, bis es mich dann packte und ich kaum noch von meinem Schreibtisch wegkam. Als ich sah, dass die Hörbücher nur gekürzte Versionen sind, besorgte ich mir dann doch die Bücher und las sie alle ruck zuck weg. (Ruck zuck geht's bei mir sonst nicht beim Lesen. Ich möchte kein Detail verpassen und lese deshalb seeehr langsam.)

Lange Rede, kurzer Sinn: Die Bücher lassen sich auf Grund ihrer einfachen, aber klaren Sprache gut lesen und fesseln den Leser bis zur letzten Seite des dritten Buchs. Es gibt also eine klare Empfehlung von mir!
Der Inhalt lässt nur an wenigen Stellen zu wünschen übrig, da ich durch mein Studium aber wahrscheinlich sowieso einen völlig übersteigerten Anspruch habe, sollte das nichts heißen.

Die ernüchternde Erkenntnis, zu der ich in der Buchhandlung kam, war, dass Kerstin Gier mit fürchterlich schrecklichen Frauen-Kitsch-Romanen, wie die Müttermafia und die Patin  berühmt wurde. Vielleicht sollte sie einfach bei Jugendbüchern bleiben, die kann sie wirklich besser!

Inhalt

Liv und Mia ziehen mit ihrer Mutter samt Kindermädchen Lotti und Hund Buttercup zum neuen Freund der Mutter, der alleinerziehender Vater von pubertierenden Zwillingen ist. Grayson (einer der Zwillinge) und seine Freunde sind die Schulschwarmclique, die nicht nur attraktiv, sondern auch äußerst geheimnisvoll sind. Liv als Sherlock Fan kann nicht ruhen, ehe sie dieses Geheimnis nicht gelöst hat und so nimmt das Buch schon auf den ersten Seiten volle Fahrt auf. In einem sehr verstörenden Traum, der auf dem ortsansässigen Friedhof spielt, kommt sie den Jungs auf die Schliche und ist von da an mittendrin in ihren Machenschaften.
Die Story spielt mitten in London, wodurch die ganze Trilogie nur so von britischem Charme sprüht, auf eine angenehme Art und Weise.
Natürlich wird sich, wie das bei Teenys so ist, auch kräftig verliebt, verkracht und verziehen. Doch nimmt die Liebe hier nicht überhand, sodass es kein Frauen-Kitsch-Roman ist.
Die Jugendlichen treffen sich fortan jede Nacht in ihren Träumen und entdecken die Weiten des eigenen Unterbewusstseins, sowie die Einflussnahme ihrer Freunde, Lehrer und Feinde.
Bis alles eskaliert, da Anabell (eine weitere Cliquenanhängerin) einem blutrünstigem Dämon, dessen Existenz der Rest der Gruppe stark bezweifelt, eine jungfräuliche Mitschülerin opfern will.

Empfehlung

Die Trilogie würde ich leidglich Mädchen empfehlen, die bereits 14 und älter sind. Die Protagonisten in dem Buch sind zwischen 16 und 18 und machen gerade ihre ersten Erfahrungen mit der Liebe, mit Mobbing, dem Tod und der wahren Freundschaft. Sprache und Inhalt sind für jungere Leser noch nicht geeignet, es sei denn, sie sind richtige Leseratten, die mit den Themen bereits etwas anfangen können.


Wer in das Buch reinhören möchte, kann dies hier tun:


30. September 2015

p.d. James - Der Tod kommt nach Pemberly



Was für eine schöne Idee - doch ziemlich arrogant umgesetzt.
Ich habe mich nun seit 2 Jahren durch das Buch Der Tod kommt nach Pemberly gequält. Habe es immer mal wieder mit Freuden zur Hand genommen, um dann ernüchtert festzustellen, dass ich doch lieber gerade etwas anderes lesen möchte.
Wir finden uns im Jahre 1803 auf Pemberly wieder. Die Stolz und Vorurteil-Liebhaber unter euch, haben es bereits erkannt: Mr Darcys imposante Residenz, auf der er, seit der Hochzeit, mit Elisabeth wohnt. Stolz und Vorurteil schließt hier, zu recht, wie ich meine.
p.d. James war dies, wie einigen anderen Schriftstellern, nicht genug und ersinnt einen Fortsetzungsband des Klassikers schlechthin der britischen Schreibkultur.
James hat einen wundervollen Schreibstil, dass muss man ihr lassen. Die Wortwahl und die Beschreibungen liegen nahe an der Vorlage von Jane Austens, doch fragt man sich lange Zeit, wann der Kriminalfall einsetzt.
Na gut, es geht gleich mit einem Mord und ersten Ermittlungen los, so weit, so gut, doch dann wird der Lauf der Dinge unterbrochen und eine schier endlos wirkendes Pamphlet darüber, wie gründlich Phyllis Dorothy James Stolz und Vorurteil gelesen hat. So gibt es viele Rückblenden, in denen die Sache zwischen Wickham und Miss Georgiana noch einmal aufgerollt wird oder wie Elisabeth die Hochzeit Charlottes mit dem Referent einschätzt. Sowie endlose Gespräche darüber, wie welches Wort im Zeugenstand wiedergegeben werden soll, und zwar aus drei Perspektiven, von drei Personen, die alle drei das gleiche erlebt haben.
Der Mordfall wird am Ende dann auch mit einer spektakulären Wendung aufgedeckt, was auch alles ganz gut durchdacht ist, doch wird erst im letzten viertel des Buchs die Ermittlung wieder aufgenommen.
Alles in allem ist Der Tod kommt nach Pemberly ganz gut zu lesen, wenn man sich an Stolz und Vorurteil nicht mehr ganz so genau erinnern kann und sein Wissen noch einmal auffrischen möchte. Wenn man Janes Austens Meisterwerk jedoch nie oder sehr gründlich gelesen hat und einen hochspannenden Kriminalfall erwartet, sollte man die Finger von diesem Roman lassen.

3. September 2015

Elke - Christian Duda

http://www.beltz.de/kinder_jugendbuch/produkte/produkt_produktdetails/29052-elke.html


Elke ist ein herrlich witziges Kinderbuch über ernste Angelegenheiten. So finden auf nur 160 Seiten Themen wie Adipositas (Fettleibigkeit), Probleme alleinerziehender Väter, Armut, sozialschwache Familien, urbane Anonymität und und und Platz.
Das ganze Geschehen ist in eine kleine Berliner Straße verortet und da passt es auch perfekt hin.
Da gibt es zunächst einmal Elke, die jeden Tag einen Kuchen für das kleine Café an der Ecke bäckt und dadurch Kasimir kennenlernt.
Kasimir ist ein kleiner, vorwitziger Junge, der eines Tages, auf dem Weg in den Kindergarten fast von Elke umgelaufen wird, die ihn, wegen des Kuchenblechs, das sie vor sich her trägt, glattweg übersieht.
Und dann gibt's da noch Uwe, den Café Besitzer, einen Berliner Café Besitzer wie er im Buche steht (im wahrsten Sinne des Wortes). Uwe ist oft mürrisch, stets in Bewegung, auch wenn keine Kunden im Laden sind, geht zum Rauchen vor die Tür und beobachtet Menschen. Uwe hat nicht nur einmal seinen großen Auftritt in dem Buch, dessen Cover an Erich Kästner Werke erinnert. Er wartet stets mit Überraschungen auf und gewinnt auf seine ganz eigene Art den Leser für sich.
Das ist der Kern der Mannschaft. Natürlich gibt es noch viele weitere Personen, die eine mehr oder weniger wichtige Rolle spielen, doch der Kern reicht aus um zu bestechen:

aus: Christian Duda "Elke. Ein schmales Buch über die Wirkung von Kuchen", Beltz & Gelberg Verlag

18. September 2014

Der chinesische Sommer - Hong Ying

Bild: Aufbau Verlag
Was für ein Buch! Ich würde es irgendwo zwischen schrecklich schön und schön schrecklich einordnen. Es schafft den Sprung vom hoch politschen Drama zu freizügigen Gruppensex-Ausführungen und gibt dem Leser gleichzeitig einen Eindruck der Studentenaufstände in Peking in den 80er Jahren. Da es im Umfang eher bescheiden ist, ist es schnell gelesen.
Beeindruckt hat es mich am Ende dann doch, weswegen ich es hier auch empfehlen möchte. Wer also mal was ganz anderes - fern ab vom Bestseller - lesen möchte, ist mit diesem Buch sehr gut bedient.
Das Buch handelt von einer jungen Dichterin, die nicht nur Freund und Wohnung verliert, sondern auch den Halt in ihrem Leben. Die Unruhen in Peking sorgen für den letzten Rest an Verwirrung der jungen Künstlerin und so begibt sich der Leser, gemeinsam mit Lin Ying, auf eine spannende Reise auf der Suche nach einem neuen Leben.
Eine gewisse Vorsicht ist geboten: In dem Roman ist nichts beschönigt oder durch die Blume geschrieben, es wird stellenweise sogar sehr intim. Trotz der typischen Chinesischen Namen, die die Figuren tragen, kommt man jedoch gut mit, und weiß, größtenteils, wer wer ist. Ich rate allerdings davon ab, dieses Buch zu verschenken, es könnte vielleicht zu Missverständnissen kommen.

24. März 2014

Bücherregal #5

Foto: Blessing Verlag
Am Wochenende habe ich ein selten komisches (nicht im Sinne von lustig sondern von skurril/ eigenartig) gelesen. Ich habe nun schon einige Tage darüber nachgedacht, was ich davon halten soll und ich muss sagen: Ich weiß es nicht.
Im großen und ganzen war mir das ganze Buch viel zu google- und Apple-lastig, auch wenn ich beides gern und oft nutze muss ich kein halbes Buch damit gefüllt haben. Nimmt man nun also die Passgen in der Google-Zentrale in Silicon Valley, die ausufernden Gespräche dergleichen, sowie über Apple Produkte heraus, bliebe ein Buch mit einer netten Geschichte und der Hälfte an Umfang übrig.
Während des Lesens wurde ich das Gefühl nicht los, dass der Schreiber durch die Firmen gesponsert wurde und das Cover der Schriftzug: "Unterstützt durch Produktplatzierung" zieren sollte.
Die Idee hinter dem Buch scheint wirklich gut zu sein nur an der Umsetzung hapert es. Spannung wollte beim Lesen auch nicht so richtig aufkommen.
Was haltet ihr von dem Buch? Habt ihr die ganze Misere mit den Firmen anders empfunden und hat nur das meinen Blick auf den Inhalt getrübt oder ging es euch genau so?

20. März 2014

Bücherregal #4

Foto: Goldmann Verlag
Da ich gerade mehr oder weniger an's Bett gefesselt bin, weil mein Rücken entschieden hat in Streik zu treten, habe ich sehr, sehr viel Zeit zum Lesen und bin damit sehr glücklich.
So konnte ich auch endlich "Dienstags bei Morrie" zu Ende lesen.
Es ist ein zutiefst bewegendes Buch, das man einfach gelesen haben muss. Das ist auch gar nicht schwer, es ist sehr dünn und handlich und einfach klasse zu lesen. Mitch Albom berichtet hier über den grandiosen Mann Morrie Schwartz - seinem ehemaligen Professor. Sie haben nach der Uni den Kontakt verloren, da Mitch sich für die Karriere und gegen menschliche Beziehungen entschied, bis er seinen alten Professor eines Tages im Fernsehen entdeckt. Er erfährt, dass Morrie schwer krank ist und bald sterben muss, also beschließt er ihn noch einmal aufzusuchen, bevor es zu spät ist.
Mitch erzählt hier die bewegende Geschichte eines Mannes, den sich jeder zum Vorbild nehmen sollte. Er liebt es zu tanzen, ist lebensfroh und liebt es zu lachen.
Mitch Albom hat all die Gespräche, die er mit seinem Professor kurz vor seinem Tod führte aufgenommen und in diesem Buch zusammengetragen. Herausgekommen ist eine ganz fabelhafte Sammlung mit Morries Sicht auf die wichtigen Dinge des Lebens, die einem eine Anleitung zu einem glücklichen Dasein geben. Ganz wunderbar und fast nicht traurig, trotz der allgegenwärtigen Gedanken an den Tod.

8. März 2014

Bücherregal #3

http://www.droemer-knaur.de/buch/185724/der-patient
Foto: Droemer Knaur Verlag
(Vorsicht! Hier kommt eine lange Vorrede zum Buch, wer sich nur für's Buch und nicht für mein bla, bla interessiert, liest ab dem Pfeil (->) weiter ... )
Lange Zeit habe ich gedacht, dass Krimis nichts für mich sind. Warum sollte ich also auf die Idee kommen ausgerechnet einen Psychothriller zu gucken. Bei Filmen wie "Zimmer 1408" mache ich mir in die Hose und meine Kollegen im Kino, achteten immer pinibel darauf, dass ich keine 3-D-Brillen in Filmen wie "Paranormal Activity" einsammeln musste. (Ja, dazu musste man sich die letzten 10 Minuten in den Kinosaal stellen, damit keiner mit der Brille abhaut, und schon diese 10 Minuten reichen aus, um mir mindestens 3 schlaflose Nächte zu bescheren.)
Nun, wie kam ich also dazu, ausgerechnet dieses Buch zu kaufen? Ich habe mit meiner Schwester "Shutter Island" geguckt und fand, dass die Psychospielchen, die hier mit einem getrieben wurden, nicht von schlechten Eltern waren (okay, der ein oder andere findet das vielleicht nicht, ist mir egal, ich mag den Film und damit Basta!)
Ich ging nach dem Film also schnurstracks in den nächsten Buchladen und fragte nach etwas spannendem wo im besten Fall niemand stirbt und wenn doch, dann ohne viel Blutvergießen.
Die junge Frau überraschte mich mit ihrer Kompetenz (vielleicht ist sie mir auch, oder gerade heute, deshalb so im Kopf geblieben und nun mein kleines-großes Vorbild).
Sie sagte: "Kennen sie John Katzenbach?" Ich: "Nee.", Sie: "Das ist gut. Und fast ganz ohne Morde, aber irre spannend und fesselnd bis zum Schluss." gesagt, gekauft.
Während des Lesens und auch danach wurden meine - durch die Verkäuferin geschürten- Erwartungen vollends erfüllt. John Katzenbach hat einen unvergleichbaren Schreibstil, der mich total abschalten und in die Welt des Buches eintreten lässt.
Erst letzte Woche habe ich mir bereits das vierte Buch von ihm gekauft, wobei ich es klasse finde, dass diese völlig unabhängig voneinander geschrieben sind und man die Reihenfolge des Lesens selbst bestimmen darf.
->
Nun aber noch kurz zum Buch:
Der Protagonist ist Psychater, er ist kurz davor seinen langersehnten Urlaub anzutreten und freut sich darauf, bis er eine Nachricht erhält, die alles andere als verlockend klingt.
In den folgenden Tagen wird der Psychater "gejagt" per Zeitungsartikel und Brief. Er denkt darüber nach, all diese Nachrichten zu ignorieren und seinen Urlaub zu genießen, doch diesen Plan lässt er sofort wieder fallen als eine, ihm sehr wohl bekannte, Person zu Schaden kommt und stirbt (ganz unblutig, wie versprochen!)

P.S.: John Katzenbach ist zur Zeit Nr. 2 in meiner Buchempfehlungs-Hitlist im Laden :)

2. März 2014

Bücherregal #2

http://www.ullsteinbuchverlage.de/nc/buch/details/samuel-und-die-liebe-zu-den-kleinen-dingen-9783548609362.html
Foto: Ullstein Verlag


Dass ich "Samuel und die Liebe zu den kleinen Dingen" las, habe ich meiner Mama zu verdanken. Es ist ein wundervolles Buch - wohlmöglich eines der schönsten, die ich je gelesen habe.
Samuel, ein Germanistikprofessor lebt in Spanien. Er lebt zurückgezogen, allein mit seinen Büchern und ohne jegliches Interesse an menschlichen Beziehungen, bis am Neujahrstag eine Katze an seiner Tür kratzt und sein Leben auf den Kopf stellt.
Das Buch birgt nicht nur eine wundervolle Geschichte mit interessanten Charakteren, es veranlasste mich, wie auch viele andere Leser dazu, mehr auf die kleinen Dinge meines Lebens Acht zu geben. Als ich das Buch las, betrat ich gerade eine Stufe meines Lebens, die viele Veränderungen (große und kleine) mit sich brachte. Das Buch ließ mich die kleinen Dinge, die zu den Veränderungen führten, entdecken und mich sie als noch viel kostbarer empfinden.
Lies es doch mal, wenn es auch dein Leben nicht verändert wird, so zaubert es doch ein Lächeln auf dein Gesicht. Versprochen!

P.S.: Liebe Elisa, das ist Buch Nr. 1, dass ich zur Zeit jedem im Laden empfehle ;)

29. Januar 2014

Bücherregal #1

Foto: S. Fischer Verlage

Das erste Buch des Jahres hatte gleich einen ganz passenden Titel. Wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt, arbeite ich seit ca. einem halben Jahr, in einer wundervollen kleinen Buchhandlung. (Ja, sie ist fast so schön wie "Der Laden um die Ecke", in dem Kathleen Kalley arbeitet, aber eben nur fast. Ich arbeite dort als Aushilfskraft und das macht mir viel Spaß.
Was der Job jedoch so mitsichbringt: Ich kaufe nun noch mehr Bücher als zuvor, bin nun Mitglied in der Büchergilde, aber das Beste: Mir steht ein ganzes, volles Bücherregal zur Verfügung, aus dem ich mir so viele Bücher (alles Neuerscheinungen) ausleihen kann, wie ich möchte. So auch: "Das Jahr, das zwei Sekunden brauchte".

Da ich die Beschreibung des Verlags sehr treffend finde, möchte ich sie hier mit euch teilen:

Niemand hat das Mädchen mit dem roten Fahrrad gesehen. Nur der elfjährige Byron, der mit seiner Mutter im Wagen sitzt, als der Unfall im dichten Nebel geschieht. Byron weiß sofort: Er darf keinem etwas davon erzählen. Doch in nur zwei Sekunden ist die ganze Welt aus den Fugen geraten – und es wird mehr als ein halbes Leben dauern, bis sie wieder in den Takt kommt.

Das ist der ganze Aufhänger der Geschichte, und ich muss sagen, er klappt sehr gut! Nur so viel:
Ich liebe Bücher, die mich am Ende nochmal überraschen. (Anders als 99% der Schnulzenfilme!)
Dieses Buch hat es tatsächlich geschafft, mich in zwei Punkten zu überraschen. Ich wurde durch den Lauf der Geschichte irregeleitet, ohne es zu merken, damit ich am Ende ein "Ach Mensch, guck an, da gibt es tatsächlich noch jemand, der mich überraschen kann."-Moment erleben durfte.
Die Geschichte ist wirklich sehr liebevoll erdacht und geschrieben, es gehört vielleicht nicht zu den ersten drei Büchern, die ich zur Zeit in der Buchhandlung empfehle, finde es aber schön, dass es mein Buch #1 in diesem Jahr war.